"Die Werwölfe ziehen aus"
Eine
Reise auf den
Spuren eines Mythos in die
Weite von
Lettland und Estland, wo heute noch der
Werwolf
umgeht.
Dem
Mann
wachsen
spitze
Zähne, ein
zottiges Fell
und scharfe
Klauen.
Dann bricht
es aus ihm heraus, das
wilde
Tier.
Eine
blutrünstige
Bestie, so begegnet uns heute der
Werwolf
im
Kino.
Doch für
unsere
Vorfahren
gab es ihn
wirklich.
Zu Beginn
der frühen
Neuzeit
instrumentalisierten
kirchliche
und
weltliche
Mächte
den
Mythos
vom
Werwolf,
um eine neue
Ordnung zu
etablieren.
Wie Frauen
als
Hexen
wurden
Männer
als
Werwölfe
und
Zauberer
angeklagt,
mit dem
Teufel
zu
paktieren.
Die
finsteren
Zeiten, so
scheint es,
liegen
weit zurück,
doch der
Mythos
lebt.
Im
sagenumwobenen
Livland
- heute
ein
Teil
von
Lettland
und Estland
- geht noch
immer der
Werwolf
um.
Ieva
und
Andis,
zwei
junge
Letten,
folgen
seinen
Spuren
durch
postkommunistische
Städte
und tiefe
Wälder.
Sie begegnen
außergewöhnlichen
Menschen,
die noch mit der
Natur und
der heidnischen
Tradition
verbunden
sind.
Ein
Zauberer
kann hellsehen
und eine Hexe
Menschen
erneuern.
Jäger,
Waldschrat
und
Zwerg
weisen
den
Weg durch
ein dokumentarisches
Märchen.
Die
filmische
Reise
wird
verwoben
mit den Forschungen zweier
Wissenschaftler.
Die
estnische
Völkerkundlerin
Merili
Metsvahi
beleuchtet
die
Kulturgeschichte.
Der
Historiker
Carlo
Ginzburg
entdeckt in
Venedig eine
ganz andere Facette des
Mythos.
Hinter der
Anklage
des
Teufelspakts
enthüllt
er die gutartigen
Werwölfe.
Wenn
am
Johannistag,
in der hellsten
Nacht
des
Jahres, überall
im
Land die
Feuer brennen, feiern
Jung
und
Alt
die
Sonnenwende.
Dann ziehen
auch die
Musiker der
Band
„Vilcaci-Werwölfe"
in die
Wälder und
singen die alten
Lieder.
Der
Mythos
verbindet
sich mit dem
Leben.